Wir hatten Besuch vom Nachwuchshopper Theo

Spiel 56/2020: Radefelder SV 90 e.V. vs. VfB Zwenkau 02 e.V. 1:2 (0:2)(Landesklasse Nord, Sachsen)

Der Nachwuchshopper und der Papa haben zusammen auf den Fußballplätzen dieser Republik schon vieles erlebt, aber der Abschluss der „Countdown to Lockdown-Abschiedstour“ mit Captain Klobasa beim Radefelder SV 90 am vergangenen Sonntag sollte ohne jeden Zweifel eines der absoluten Highlights des gemeinsamen Stadionsammelns werden, das beide so schnell nicht vergessen werden.

Um das Ganze angemessen zu würdigen, muss an dieser Stelle etwas weiter ausgeholt werden. Der Nachwuchshopper hatte Anfang September ein Auswärtsspiel des Radefelder SV in Torgau besucht. Im Nachgang zu diesem Spiel hatte der Torwart der Radefelder den Nachwuchshopper (bzw. den Papa) über Instragram kontaktiert und den Besuch eines Heimspiels in Radefeld („das schönste Dorf Nordsachsens“) schmackhaft gemacht. Und am vergangenen Wochenende sollte es dann zum Spitzenspiel des Radefelder SV gegen den VfB Zwenkau (2. gegen 1.) tatsächlich mit einem Besuch klappen.

Um nicht wegen irgendwelcher Corona-Einschränkungen in Radefeld vor verschlossenen Toren zu stehen, schrieb der Papa dem Torwart im Vorfeld eine Nachricht und es wurden problemlos Tickets für uns zurückgelegt. Als die Reisegruppe um den Nachwuchshopper dann am „Sportplatz am Anger“ ankam, wusste der Kassierer zwar nichts von reservierten Tickets, aber da es noch genügend Tickets gab, erwarben der Papa und Onkel Captain Klobasa einfach brav für 3,50 Euro ihre Eintrittskarte. Nach ein paar Minuten, der Nachwuchshopper hatte es sich gerade auf dem kleinen Spielplatz auf der Anlage gemütlich gemacht, kam eine nette ältere Dame: „Seid Ihr die Berliner?“ – „Ja“, antwortete der Nachwuchshopper etwas baff. „Hat alles geklappt mit den Tickets?“ Daraufhin berichteten der Papa und Onkel Captain, daß der Kassierer zwar nichts von den reservierten Tickets für uns wusste, sie dann aber einfach ganz regulär welche gekauft hatten. „Wie? Ihr habt für die Tickets bezahlt? Das kommt gar nicht in Frage! Ihr seid heute unsere Gäste. Die Mannschaft läd Euch ein. Und Ihr dürft essen und trinken was und soviel ihr wollt.“ Und zack bekamen die Erwachsenen ihr Eintrittsgeld zurück und der Nachwuchshopper drei Essensmarken in die Hand. Offene Münder bei allen Dreien. Zumal das Imbissangebot für einen Siebtligisten herausragend war: Buletten-Brötchen, Schnitzel-Brötchen, Kuchen und Süßigkeiten, dazu alle Getränke, die man sich nur vorstellen kann. Und das alles handgemacht vom sehr familiären Vereinsumfeld. Wahnsinn!

Überhaupt stimmte in Radefeld aus Wohlfühlgesichtspunkten ALLES! Das tolle Essen, die netten Leute, ein überdachter Aufenthaltsbereich mit Sitz- und Stehgelegenheiten beim Imbiss, einfach das gesamte Umfeld. Besonders der Spielplatz ein paar Meter neben der Seitenauslinie hatte es dem Nachwuchshopper erwartungsgemäß angetan. Und so wurde in der ersten Halbzeit geklettert und geschaukelt, was das Zeug hielt. Und das alles mit perfektem Blick aufs Spielfeld. Einmalig! Leider ziemlich gebraucht war der sportliche Auftritt der Gastgeber in der ersten Hälfte, vor allem in den ersten 30 Minuten, sodaß zum Pausentee ein 0:2-Rückstand auf der Anzeigetafel zu lesen war.

In der Halbzeitpause konnte der Nachwuchshopper dann auch zum Verlassen des Spielplatzes und zum Drehen einer kleinen Stadionrunde überredet werden. Besonders angetan hatte es dem Kleinen dabei die kleine Brücke aus Holzplatten über den Bach hinter einem der Tore, über die man verschossene Bälle von dem benachbarten Acker zurückholen kann. Mit der gebotenen Vorsicht rannte der Nachwuchshopper aber auch ohne Ball vor Freude jauchzend immer wieder über die Brücke, besonders fasziniert von einem kleinen Loch in einem der Bretter, durch das er den Bach beobachtete. Nach großer Freude des Nachwuchshoppers über ein paar Minuten Facetime mit der Mama und der genauen Inspektion des Brunnens und der Wasserpumpe auf der Anlage, war der Kleine dann bereit für die zweite Halbzeit.

Und auch die Radefelder kamen wie verwandelt aus der Kabine. Schnell erzielten sie per Strafstoß den Anschlusstreffer und drängten, angefeuert vom wieder schaukelnden Nachwuchshopper, auf den Ausgleich. Aber ein indisponierter Schiedsrichter, der als einziger im ganzen Stadion ein Handspiel der Gäste im eigenen Strafraum zehn Minuten vor dem Ende nicht sah, und Pech im Abschluss sollten den Ausgleich verwehren, sodaß die Gäste einen 2:1-Sieg im Spitzenspiel bejubeln konnten.

Aber, man mag es kaum glauben, der Höhepunkt des Tages sollte noch bevorstehen.Nach dem Spiel sprach eine weitere nette ältere Dame den Nachwuchshopper und den Papa an. „Ihr seid doch die Berliner, oder? Wartet nach dem Spiel noch ein paar Minuten, die Mannschaft hat noch eine Überraschung für Euch.“ Nochmal offene Münder bei der Reisegruppe. „Noch eine Überraschung für mich?“ fragte der Nachwuchshopper ungläubig. Und tatsächlich hatte sich die Radefelder Mannschaft etwas ganz Tolles überlegt: der Nachwuchshopper bekam ein komplettes Fußball-Outfit mit Trikot und Hose vom Radefelder SV geschenkt! Da war er sichtlich baff, aber doch wahnsinnig stolz und schoss strahlend diverse Erinnerungsfotos mit den Spielern. Zu guter Letzt stellte der Torwart die Reisegruppe dann sogar noch der gesamten Mannschaft vor und es wurden alle zum Mannschafts-Essen eingeladen. Letzteres musste dann zwar wegen der schon fortgeschrittenen Stunde leider abgelehnt werden, aber genug Zeit für eine kleine Dankesrede (die der Papa stellvertretend für den Nachwuchshopper übernahm) blieb zum Glück noch.

Vielen Dank nochmal für alles, lieber Radefelder SV! Der Nachwuchshopper ist immernoch völlig geflasht und trägt beim Kicken zuhause immer stolz Euer Triko

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